ICE 4 kollidiert in Lauenbrück mit einem Leerzug, 15.11.2023

    Am 15.11.2023 ereignete sich in Lauenbrück eine schwere Flankenfahrt. Betroffen war der ICE 615 auf dem Weg nach München mit dem Triebzug 9462, verletzt wurde dabei niemand. Es entstand ein hoher Sachschaden von 2.75 Millionen Euro. Der Triebzug wurde bei Siemens in Krefeld neu aufgebaut und bekam am 18.9.2024 eine neue Abnahme. 

    Ursache für diesen Unfall war eine Flankenfahrt. Dabei befand sich eine Leerfahrt, bestehend aus drei VTs der Baueihe 648, im Bahnhof Lauenbrück. Die zuvor in Mukran abgestellten Fahrzeuge wurden von der Bentheimer Eisenbahn gekauft und befanden sich auf Überführungsfahrt. Wegen einer Bremsstörung kam die Überführungsfahrt zum Stehen, dabei wurde vom Tf gesandet. Das letzte Fahrzeug befand sich auf einer Weiche. Das Stellwerk meldete zwar das Gleis als besetzt, aber die Weiche wurde als frei vom Stellwerk gemeldet. Somit war für die Fdl klar, dass der Zug grenzzeichenfrei stehen würde und ließ den ICE durch den Bahnhof an der Überführungsfahrt vorbei fahren. Die Einfahrt wurde mit 80 km/h signalisiert. Der Tf des ICE 615 erkannte bei Annäherung, dass sich die Fahrzeuge nicht grenzzeichenfrei befinden und leitete eine Schnellbremsung ein, konnte die Flankenfahrt aber nicht mehr verhindern. 

    Ursache war hier menschliches Versagen auf beiden Seiten. Nötige sofortige Meldungen über das Sanden blieben zuerst aus, sodass die Fdl keinen Zusammenhang mehr herstellen konnte. Ebenso war die Kommunikation im Gesprächsverlauf undeutlich.
    Im Bahnhof Lauenbrück sind Gleisstromkreise verbaut, die durch das Sanden von Fahrzeugen überbrückt werden können - betroffene Gleisabschnitte werden somit isoliert und auf dem Stelltisch des Stellwerks wieder als frei gemeldet. Ohne Sichtprüfung und korrekte Meldungen kommt es in solchen Fällen zu fatalen Unfällen.