Velaro D - Bestellung und Konzept

    Der 407 stellt eine Weiterentwicklung des ICE 3 (Baureihe 403) dar. Er wurde von der Deutschen Bahn der ICE 3-Flotte zugeordnet. Er gehört zur Velaro D-Familie von Siemens. Neben der Türkei, Russland und Spanien ist er die vierte Variante aus der Familie. Er ist für eine Geschwindigkeit von bis zu 320 km/h zugelassen. Die Züge wurden als Verstärkung der Flotte bestellt und sollten seit Dezember 2011 im Einsatz sein. Der Betriebseinsatz war für Deutschland, Belgien und Frankreich vorgesehen. Schweiz und Niederlande sind optional und nachrüstbar.

    Es kam zu Lieferverzögerungen beim Hersteller Ansaldo, dieser lieferte das französische Zugsicherungssystem. Das Eisenbahn-Bundesamt erteilte im Sommer 2012 grünes Licht und so konnte der Vorlaufbetrieb gestartet werden. Die Stimmung hellte sich auf und man war optimistisch, doch noch zum Dezember 2012 den Betrieb aufnehmen zu können. Leider traten im Betrieb massive Probleme auf bei der Doppeltraktion und verzögerter Bremswirkung und im Bereich der Klimatechnik. Siemens musste nachbessern und somit verfielen bisher erteilte Zulassungen erneut. Die DB verweigerte dann die Übernahme der Fahrzeuge, bis die Mängel behoben wurden.

    Erst zum Winter 2013 konnten die ersten vier Triebzüge Indienst gestellt werden und zwischen Stuttgart/Frankfurt und Köln verkehren. Im April 2014 waren 8 der 16 Triebzüge an die DB AG übergeben. Sie sind nicht mehr für eine Auslandszulassung vorgesehen. Die restlichen 8 Triebzüge befanden sich noch in Zulassung für das Ausland Frankreich und Belgien. Die komplette Zulassung für Infrabel (Belgien) war nicht vor 2016 abgeschlossen. Im Mai 2015 folgte der 17. Triebzug, der unter dem Tz 701 geführt wird und den in die Türkei abgegebenen 407 001 ersetzt hat. Ab dem Sommerfahrplan 2014 waren alle 8 bis dahin fertigen Triebzüge auf festen Umläufen unterwegs. Im Juni 2015 erhielt er die Zulassung für den Einsatz in Frankreich und steuert seitdem Paris an. Die Ausrüstung mit der ETCS Baseline 3 ist schon seit Jahren in Planung, um Zugang zu Belgien zu bekommen und um auch in Deutschland auf ETCS fahren zu können, Ausschreibungen erfolgten und Alstom bekam den Zuschlag.

    Derzeit ist der 407 nur in Einzeltraktion bzw. Artrein in Doppeltraktion fahrbar. In Kombination mit 403 und 406 war er mal geplant, wurde aber nie realisiert.
    Der 407 besteht aus 8 Mittelwagen, davon sind jeweils 4 angetrieben und 4 nicht angetrieben. Wie auch schon beim 403 bilden jeweils die ersten 4 Mittelwagen eine Traktionseinheit (TE). An den Endwagen befinden sich die beiden Führerstände.