Klimatechnische Einrichtungen
Die Klimatisierung der Fahrgasträume erfolgt dezentral über Klimakompaktgeräte (KKG), die in jedem Wagen installiert sind. In den Mittelwagen kommen Geräte mit zwei Luftbehandlungseinheiten zum Einsatz, während Endwagen jeweils mit einem KKG und einer Luftbehandlungseinheit ausgestattet sind. Die Anlagen übernehmen neben der Luftkonditionierung auch die Steuerung der Einstiegs- und Nasszellenheizungen. Das im KKG integrierte Klimasteuergerät ist über eine PN-PC/104-Baugruppe an den PROFINET-Wagenbus angebunden und kommuniziert kontinuierlich mit der zentralen Fahrzeugsteuerung (SP CS). Dadurch ist eine übergeordnete Betriebsartensteuerung sowie eine Einbindung in das Energiemanagement des Fahrzeugs sichergestellt.
Jeder Führerraum verfügt über eine eigenständige, fahrerraumspezifische Klimaanlage mit separater PROFINET-Anbindung. Diese Anlage arbeitet autark, berücksichtigt jedoch die von der Fahrzeugsteuerung vorgegebene Betriebsart. Zusätzlich zur Luftkonditionierung werden Fußbodenheizung und Fußnischenheizung geregelt. Die Regelung erfolgt temperatur- und zustandsabhängig mit Priorisierung der Fahrerergonomie.
Die Auswahl der Klimabetriebsart erfolgt abhängig vom Gesamtzustand des Zuges. Die Aktivierung beziehungsweise Deaktivierung kann erfolgen über:
- MTD
- ZUB-Display
- „Klima Ein/Aus“-Schalter an der Wagenbedientafel
Der Ein/Aus-Schalter unterbricht das Hardware-Freigabesignal des jeweiligen KKG. Zusätzlich kann die Brandmeldeanlage dieses Freigabesignal sicherheitsgerichtet deaktivieren. Im Regelbetrieb wird die Anlage über das Bordnetz mit AC 480 V versorgt. Die Fahrzeugsteuerung ist in das Lastmanagement eingebunden und verteilt die verfügbare Leistung dynamisch auf die einzelnen KKG-Steuerungen. Dies gilt insbesondere bei eingeschränkter Energieverfügbarkeit, beispielsweise bei 1-kV-Fremdeinspeisung oder HBU-Ausfall.
Wagenbedientafeln
Jeder Wagen besitzt im abgeschlossenen E-Schrank eine Wagenbedientafel. Deren Ausführung ist abhängig von Wagenart und Konfiguration. Neben allgemeinen Bedienelementen sind dort funktionsrelevante Schalter und Taster untergebracht, unter anderem:
- Störschalter
- Taster für Wagenbeleuchtung
- Schlüsselschalter für spezielle Betriebszustände
Die Wagenbedientafel dient somit als dezentrale Eingriffs- und Serviceeinheit.
Türen
Die Einstiegsbereiche sind mit einflügeligen, elektrisch angetriebenen und druckertüchtigten Schwenkschiebetüren der Firma Faiveley ausgestattet. Sämtliche Antriebs- und Steuerungskomponenten befinden sich im Deckenbereich sowie im Türportal. Die Verkleidungen sind servicefreundlich mittels Vierkant zu öffnen. Der Türantrieb erfolgt über einen Elektromotor mit Hebelmechanik. Zunächst wird der Türflügel aus dem Portal ausgeschwenkt, anschließend über eine Welle mit Zahnradantrieb in die Offenstellung verschoben. Die Verriegelung im oberen und unteren Bereich wird durch einen separaten Motor mit Gestänge realisiert. Ein pneumatisches Dichtungssystem stellt die Druck- und Wasserdichtigkeit sicher. Nach erfolgter Verriegelung wird ein umlaufendes Schlauchprofil am Türflügel über ein Magnetventil mit etwa 1,5 bar Druckluft beaufschlagt. Bei Türfreigabe oder Notentriegelung wird das System automatisch entlüftet.
Mit Ausnahme des Restaurantwagens verfügen alle Wagen über vier Einsteigetüren. Im Restaurantwagen sind zwei Ladetüren ohne Notausstiegsfenster verbaut, die ausschließlich durch das Galley-Personal genutzt werden.
Schiebetritt
Zur Überbrückung von horizontalen und vertikalen Spalten zwischen Bahnsteig und Fahrzeug ist jede Einstiegstür mit einem elektrisch angetriebenen Schiebetritt ausgestattet.
Der Schiebetritt verfügt über:
- eine gummigeschützte Anstoßkante
- integrierte Druckschalter zur Hinderniserkennung
- eine automatische Rückfahrfunktion bei Blockade
Wird die Mindestausfahrweite von 150 mm nicht erreicht, fährt der Schiebetritt automatisch ein und die Tür wird nicht freigegeben. Ein vollständig ausgefahrener Tritt verbleibt in Position, bis die zentrale Türfreigabe zurückgenommen wird.
Tf-Einstiegshilfe
An den Dritteleinsteigetüren der Endwagen ist zusätzlich eine elektrisch angetriebene Einstiegshilfe für den Triebfahrzeugführer installiert. Im eingefahrenen Zustand schließt sie bündig mit der Seitenkontur ab. Die Bewegung erfolgt über einen motorischen Verstellantrieb; für Störfälle steht eine mechanische Vierkantbetätigung zur Verfügung.
Türsteuerung
Jede Tür besitzt eine eigenständige Türsteuerung mit PROFINET-Anbindung an die Fahrzeugsteuerung. Die Steuerung verarbeitet sowohl Busdaten als auch hartverdrahtete Signale.
Endschalter überwachen die Zustände:
- „Tür geschlossen und verriegelt“
- „Schiebetritt eingefahren und arretiert“
Diese Signale sind je Wagen seriell verschaltet und bilden die sogenannte Grünschleife. Der Status wird im MFD angezeigt. Zusätzlich erhält die Türsteuerung separate Signale wie Türfreigabe, Fernschließen sowie Geschwindigkeitssignale (v < 3 km/h, v > 3 km/h, v > 10 km/h) vom Bremssteuergerät. Die Übertragung erfolgt über Zugbus, UIC-Türsteuerleitungen sowie über ETB beziehungsweise MVB im Endwagen. Zentrales Bedienelement ist der Drehschalter „Türfreigabe“ im Führerpult. Bei Geschwindigkeiten unter 3 km/h verteilt die Fahrzeugsteuerung die Freigabesignale redundant über Bus- und Steuerleitungen.
Hublift
Im TrW 2 R4P-ZUB ist an den betreffenden Einstiegstüren ein hydraulisch betriebener Hublift integriert, der einen barrierefreien Zugang ermöglicht. Die Bedienung erfolgt halbautomatisch durch das Zugpersonal. Nach dem Öffnen der Verkleidung wird der Lift manuell in Arbeitsposition geschwenkt; Heben und Senken erfolgen über einen Schlüsseltaster. Ein separates Steuergerät ist nicht vorhanden, da die interne Liftsteuerung die Signalverarbeitung übernimmt. Die Türsteuerung überwacht lediglich die Endschalterzustände. Ein nicht vollständig eingefahrener Hublift führt zur Türblockierung und löst eine Traktionssperre aus. Der Status wird im MTD-Bild „Abfertigen“ angezeigt. Bei Ausfall der Energieversorgung ist eine manuelle Bedienung mittels Handpumpe möglich.
Notausstiegsfenster
Bestimmte Fenster sind als Notausstiegsfenster ausgeführt und durch einen roten Punkt sowie entsprechende Piktogramme gekennzeichnet. Im Notfall wird die Scheibe durch gezielten Schlag mit dem Nothammer im markierten Bereich zerstört. Anschließend kann das Fenster nach außen herausgedrückt werden. Teilweise ist zusätzlich eine nahegelegene Notausstiegsleiter gekennzeichnet.
IT ON ICE / Fahrgastinformationssystem
In 7-, 12- und 13-teiligen Triebzügen wird sukzessive ein neues Betreibernetzwerk implementiert. Die Systemarchitektur ist zweigeteilt und besteht aus:
- dem Betreibernetzwerk (DB Fernverkehr AG)
- dem Herstellernetzwerk (Siemens Mobility Operation) mit dem FIS-Restsystem
Diese Trennung ermöglicht eine klare funktionale und sicherheitstechnische Abgrenzung zwischen Betreiber- und Herstellersystemen.
Sanitäre Einrichtungen
Mit Ausnahme des Restaurantwagens sind alle Mittel- und Endwagen mit geschlossenen WC-Systemen ausgestattet. Die Anlagen bestehen jeweils aus zwei Nasszellen mit gemeinsamer Medienversorgung.
Die Standardausführung umfasst zwei gegenüberliegende WC-Kabinen mit manuellen Schwenktüren. Jede Kabine verfügt über:
- WC-Defekt- und Besetztanzeige
- Spültaster
- Handwaschbecken
Frischwasser- sowie Grau- und Abwasser werden über gemeinsame Tanks geführt.
Universal-Nasszelle (UNI-WC)
Im TrW 2-R4P-ZUB befindet sich zusätzlich eine barrierefreie Universal-Nasszelle. Diese ist mit einer motorisch angetriebenen Schiebetür ausgestattet und besitzt:
- zwei Bedientaster für Öffnen/Schließen
- zwei Spültaster
- zwei Fahrgastnotrufeinrichtungen
- eigene Frisch- und Abwassertanks
Gastro-Nasszelle
Ebenfalls im TrW 2-R4P-ZUB ist eine zusätzliche Standard-Nasszelle quer zur Fahrtrichtung angeordnet. Sie ist ausschließlich für das Gastro-Personal vorgesehen.
WC-Steuerung
Jede Nasszelle besitzt ein eigenes WC-Steuergerät als Sibas-PN-Teilnehmer. Die zugehörige Steuertafel enthält Bedienelemente für:
- Frostentleerung
- Leitungsentleerung
- Fehlerquittierung
- Service- und Rückspülfunktionen
Die wagenweite Frostentleerung kann von beiden Steuertafeln aktiviert werden.
Innentüren
Automatische Innen- und Übergangstüren verfügen über eigenständige Türsteuergeräte und arbeiten grundsätzlich autark. Eine direkte Busanbindung besteht nicht; Diagnoseinformationen werden jedoch über dezentrale Peripherie an die zentrale Fahrzeugdiagnose übermittelt. Die Öffnung erfolgt sensorbasiert über Infrarotmelder im Deckenbereich. Manuelle Übergangstüren werden im Regelbetrieb elektromagnetisch offen gehalten. Bei Abschaltung der Betriebsspannung – beispielsweise infolge einer Brandmeldung – werden die Haltemagnete stromlos geschaltet, wodurch die Übergangstüren selbsttätig schließen.