Beim 12- und 13-teiligen Triebzug sind vier baugleiche, ölfrei arbeitende Kolbenkompressoren installiert. Diese gewährleisten eine redundante Drucklufterzeugung mit einer möglichen Einschaltdauer von 100 %. Der Regelarbeitsbereich der Anlage liegt zwischen 8,5 bar und 10 bar. Beim 7-teiligen Triebzug kommen zwei ölfreie Luftpresser zum Einsatz, die in den Endwagen angeordnet sind und ebenfalls für eine Einschaltdauer von 100 % ausgelegt sind.
Die angesaugte Umgebungsluft wird über ein Ansaugfiltersystem zugeführt und in einem zweistufigen Verdichtungsprozess komprimiert. Nach dem Abschalten erfolgt eine automatische Entlüftung des internen Verdichterbereichs über Magnetventile. Zum Schutz der Anlage ist den Kompressoren ein Sicherheitsventil mit einem Ansprechdruck von 12 bar nachgeschaltet.
Luftaufbereitung
Die aufbereitete Druckluft durchläuft anschließend eine zweistufige Trocknungseinheit:
- Vorfilterbaugruppe zur Kondensatabscheidung
- Granulat-Lufttrockner zur Restfeuchteentfernung
Kondensatsammelbehälter und Entlüftungsbereiche sind beheizt, um Frostbildung zu verhindern. Ein weiteres Sicherheitsventil mit einem Ansprechdruck von 10,5 bar schützt die nachgeschaltete Druckluftanlage.
Modulintegration
Kompressor, Lufttrocknungsanlage sowie ein Hauptluftbehälter mit 100 l Volumen sind als kompakte Unterflurmodule ausgeführt.
Einbauorte:
12-/13-Teiler:
- Endwagen EW 1
- Endwagen EW 2
- Mittelwagen MW 2-H-P
- Mittelwagen MW 2
7-Teiler:
- Endwagen EW 1
- Endwagen EW 2
Druckluftverteilung im Zug
Die erzeugte Druckluft wird über die Hauptluftbehälterleitung zugweit verteilt. Für größere Verbraucher sind dedizierte Vorratsluftbehälter vorgesehen, teilweise mit Rückschlagventilen abgesichert.
Verbraucher und Speichervolumen:
- Magnetschienenbremse: 75 l
- Indirekte / direkte Bremse und Federspeicherbremse: 100 l
- Luftfederung:
- 364 l in nicht angetriebenen Wagen
- 400 l in angetriebenen Wagen
- WC-Systeme: jeweils 100 l
- Stromabnehmer / Hauptschalter (Hilfsluft): 25 l
- Makrofon / Bugklappen: 25 l
- Zusätzlicher Stützbehälter für Hauptluftbehälterleitung: 100 l
Hilfslufterzeugung
Die Hilfsluftversorgung dient der Sicherstellung der pneumatischen Funktionen beim Aufrüsten des Fahrzeugs oder bei unzureichendem Hauptluftdruck.
Hierzu sind elektrisch (110 V DC) betriebene Hilfsluftpresser installiert. Sie erzeugen Druckluft für:
- Stromabnehmer
- Stromabnehmer-Trennschalter
- Trafotrenner (bei Traktionswagen)
Die erzeugte Druckluft wird über ein Sicherheitsventil (9,5 bar) und ein Rückschlagventil in das Hilfsluftsystem eingespeist und in einem 25-l-Vorratsbehälter gespeichert. Sinkt der Druck im Hilfsluftsystem unter 6,2 bar, fordert die Fahrzeugsteuerung automatisch den Hilfsluftpresser an.
Einbauorte der Hilfsluftpresser:
12-Teiler:
- MW 2-H-P
- TrW 2 R4P ZUB
13-Teiler:
- MW 2-H-P
- TrW 2 R4P ZUB
7-Teiler:
- MW 2-PDA
- TrW 2 R2PDA ZUB
Sandstreueinrichtung
Der Triebzug ist mit jeweils zwei Sandstreurohren am ersten Radsatz der Endwagen ausgerüstet. Die Sanddosierung erfolgt geschwindigkeitsproportional über eine digital codierte Ansteuerung mit vier definierten Dosierstufen und wird direkt aus der HBL mit Luft versorgt. Dadurch wird eine bedarfsgerechte Reibwerterhöhung zwischen Rad und Schiene erzielt. Das System ist in die Fahrzeugsteuerung integriert und unterstützt die Traktions- und Bremsleistungsoptimierung insbesondere bei ungünstigen Adhäsionsbedingungen.